Kindermund und Wahrheit – Geschichten über Kunden und Verkäufer, Teil 2

Stefan - 25. Januar 2008

Einer der wenigen Nachteile, wenn man in einer kleinen Stadt wohnt, ist das recht eingeschränkte Angebot an guten Lebensmitteln. Vor einigen Jahrzehnten hätte eine derartige Aussage Gelächter provoziert, heute ist das bitterer Ernst. Ich möchte gar nicht von den hervorragend bestückten Lebensmittelabteilungen der großen Kaufhäuser in den großen Innenstädten reden. Selbst der Tengelmann um die Ecke, als ich in München-Sendling wohnte, bot eine sehr gute Auswahl an.

Hier in Osterhofen haben wir natürlich alle denkbaren Discounter von Aldi über Lidl und Norma bis zu Plus, doch an guten Supermärkten mangelt es. Die beiden Edekas sind vielfach sehr dürftig bestückt, so dass uns eigentlich nur der Rewe zum Einkaufen bleibt. Doch das Angebot dort wird immer schlechter. Da kann’s schon passieren, dass das angebotene Toastbrot seit einer Woche abgelaufen ist. Oder dass es in den Wochen vor Weihnachten einfach keinen Zuckerhut (für eine leckere Feuerzangenbowle) gibt – und als endlich die lange angepriesene Lieferung kommt, stellt sich heraus, dass genau drei(!) Stück Zuckerhüte enthalten waren. (Wir haben dann nur zwei mitgenommen, schließlich wollten wir anderen das Weihnachtsfest nicht verderben. *g*) Und auf die Frage, wo denn die im Prospekt angekündigte Prepaid-Handy-Karte zu finden sei, heißt es: „Da haben wir keine Ahnung. Aber stimmt, da war mal was im Prospekt. Also wir haben sowas nicht.“

Kleinigkeiten. Aber richtig ärgerlich ist nun, das Rewe offenbar immer mehr (Marken-)Produkte durch Rewe-eigene Waren, die häufig deutlich schlechter sind, ersetzt. Darüber haben wir uns zuhause zuletzt mehrfach unterhalten. Gestern nun war mein Sohn mit seiner Oma in besagtem Rewe beim Einkaufen. Als sie ein Produkt nicht fanden, fragten sie den zufällig in der Nähe stehenden Marktleiter, wo das denn zu finden sei. Und mein derzeit besonders vorlauter sechsjähriger Nachwuchs gab auch seinen Kommentar dazu: „Bei euch gibt’s überhaupt keine guten Sachen mehr. Immer bloß diese Rewe-Produkte!“

Der Marktleiter stand, sichtlich pikiert, einige Zeit rum und wusste nicht, was er sagen sollte. Dann verschwand er wortlos, kam nach ein paar Minuten wieder vorbei und drückte meinem Sohn einen kleinen Plastiklaster in die Hand. Schade, dass ich diese Szene nicht live erleben konnte.

Hinweis: Alle Zitate wurden ins Hochdeutsche transkribiert.

Abgelegt in: Business

Ein Kommentar:

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