Zur Rettung der Bäume: Ein halbes Leben gekündigt

Stefan - 3. November 2010

Seit mehr als zwanzig Jahren bin ich treuer Abonnent der Wochenzeitung Die Zeit und bin von dieser Zeitung inhaltlich nach wie vor angetan. Allerdings schaffe ich es seit Jahren nicht, mehr als vielleicht zwei oder drei Artikel pro Ausgabe zu lesen. Das führt, ebenfalls seit Jahren, zu einem permanent schlechten Gewissen. Die arme Zeitungsfrau schleppt jedes Jahr zig Kilogramm tote Bäume vor meine Haustüre, die ich dann Wochen später und kaum gelesen per blauer Papiertonne wieder abholen lasse. Eine ziemliche Verschwendung. Außerdem sagt mir der stets wachsende Stapel mit ungelesenen ZEIT-Ausgaben: Arbeite an deiner Work-Life-Balance! Und das schlechte Gewissen wächst weiter.

Deshalb habe ich nun heute das getan, was ich seit Jahren gedanklich mit mir rumschleppe: Ich habe mein ZEIT-Abo gekündigt. Da ich durchaus zu Nostalgie neige, ist mir das richtig schwer gefallen; schließlich habe ich noch während meiner Schulzeit angefangen, regelmäßig die Wochenzeitung zu lesen. Allerdings freue ich mich schon darauf, künftig keine Papierstapel mehr in der Küche verwalten zu müssen. Und ich freue mich darauf, wenn ich mal auf einer längeren Zugfahrt bin, am Kiosk eine Ausgabe der ZEIT zu kaufen und sie dann genüsslich durchzulesen. Und wer weiß, vielleicht habe ich ja doch bald wieder ein ZEIT-Abo – ohne Stapel und ohne Papier, ganz digital auf dem iPad.

Abgelegt in: Misc

Schreibe einen Kommentar
benötigt
benötigt (wird nicht angezeigt)
optional

Suchen