Dynamic Languages World 2008 ohne Perl – eine zu kleine Welt

Stefan - 21. März 2008

Im Mai findet zum zweiten Mal die Webinale statt, eine Konferenz, die versucht die Lücke zwischen Business- und technischen Webthemen zu schließen. Ich war bereits letztes Jahr als Speaker in Ludwigshafen dabei und bin auch dieses Mal wieder aktiv vertreten, nun in Karlsruhe.

Und ebenfalls wie bereits letztes Jahr, finden parallel zur Hauptkonferenz Webinale, wiederum einige parallele Konferenzen statt. Eine dieser parallelen Veranstaltungen ist neu und heißt Dynamic Languages World (DLW) Europe 2008. Als alter Fan von dynamischen Sprachen war ich gleich begeistert, hier die eine oder andere Session mitnehmen zu können. Doch leider musste ich beim Blick aufs Programm feststellen, dass Perl nicht vertreten ist. Das halte ich für eine gewaltige Lücke im Konferenzprogramm! Denn Perl ist nicht irgendeine Sprache, sondern immer noch eine der meist genutzten dynamischen Sprachen überhaupt. Sicherlich häufiger im Einsatz als Groovy und wohl auch Python.

Ich verstehe ja, dass Smalltalk in diesem Umfeld nicht vorkommt. Zu sehr ist dessen Sprachkonzept von den üblichen Verdächtigen wie PHP und JavaScript entfernt – auch wenn mit Seaside ein äußerst interessantes Web-Framework besteht. Aber auf Perl zu verzichten, die Sprache, die Amazon, Heise oder die IMDb zugrunde liegt, das verstehe ich nicht wirklich.

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8 Kommentare:

tatsächlich ist perl noch sehr häufig im gebrauch, aber andere sprachen sind meiner meinung nach flexibler. perl aussen vor zu lassen, kann ich aber auch nicht nachvollziehen.

Hatte mir mal vor einiger zeit ein Paar Perl-Scripte angeschaut und leider kaum ein Wort verstanden. Normalerweise kann ich mich recht schnell in neue Programmiersprachen einarbeiten. Na ja So wie es aussieht hat die verbannung von Perl vielleicht seine Gründe.

Du kannst uns ja ein Paar beispiele nennen, was man schönes mit Perl machen kann, was mit PHP sonst nicht möglich wehre. Ich lasse mich ja gerne überzeugen 😉

Franz, PHP zielt als Sprache fast ausschließlich aufs Web. Das ist natürlich überhaupt nicht falsch und erleichtert vieles. (Auch wenn es Bestrebungen gibt, PHP für Nicht-Web-Programmierung zu nutzen, etwa mittels php-gtk.) Perl hingegen ist eine Allround-Sprache, vermutlich die am häufigsten eingesetzte dynamische Allround-Sprache überhaupt.
Ich weiß, dass leider viele Perl-Programmierer gerne sehr unleserlich programmieren. Die vielen Abkürzungen in der Sprache unterstützen das auch noch, andererseits kann man damit sehr einfach viele Dinge erledigen.
Ein Beispiel, wie mächtig Perl ist:
perl -pe ’s/ output.txt
Diese Zeile nimmt input.txt, ersetzt in jeder Zeile „<" durch "<" und speichert das Ergebnis in output.txt. Und dann gibt's natürlich noch CPAN (www.cpan.org), das alle erdenklichen Module enthält, um alle erdenklichen Programmieraufgaben zu lösen. Das ist das Vorbild für PHPs PEAR.

Ich glaube, dass die Zeiten von Perl vorbei sind. Die Sprache hatte es meiner Meinung nach nie geschafft, sich durchzusetzen. Inzwischen nutzt doch faster jeder nur noch PHP oder irgendeine form von ASP.

Creatin: „Nie geschafft, sich durchzusetzen“ – wie kommst du denn darauf. Amazon, Heise, IMDb – alle setzen massiv Perl ein, um nur mal ein paar Bekanntere zu nehmen. Es gibt Gründe gegen Perl, auf alle Fälle, aber du kannst nicht ernsthaft behaupten, Perl hätte sich nie durchgesetzt.

Perl wird nach wie vor viele Benutzer haben, da bin ich mir sicher.

Aussterben ist meiner Meinung nach unwahrscheinlich. Gut, ein großer Teil wird durch PHP und im kommerziellen Bereich auch durch ASP.net und allgemein .net abgedeckt. Aber gerade im „small-business“-bereich wird peril immer bestehen…

Das große Problem für Perl ist aus meiner Sicht, dass die verfügbaren Leute immer weniger werden. Wer sich früher, also so vor zehn Jahren, mit Webprogrammierung beschäftigt hat, der musste Perl machen – es sei denn, er wollte seine Formularskripte in C machen, das soll es ja auch gegeben haben. Doch heute gibt es, je nach „Herkunft“ so viele andere Möglichkeiten: Natürlich PHP, dann das ganze Java-Gesocks von JSP über Servlets bis hin zu Groovy. Da kommen zu wenige Menschen mit Perl in Berührung. Und natürlich ist Perl auch schwierig, da fällt den Leuten die Selbsteinschätzung nicht leicht. Ich hatte mal eine Bewerberin, die behauptete richtig gut Perl zu können und ausweislich ihrer Zeugnisse das letzte Jahr nichts anderes gemacht hatte – doch die split-Funktion war ihr gänzlich unbekannt. Da überlegt man es sich selbst als Perl-Fan zweimal, ob man ein neues Projekt mit Perl startet …

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