Technisches SEO und digitale Strategie

Archiv 03 / 2007

GoogleClick: Ein kostenloser Adserver von Google?

2007-03-30

John Batelle berichtet in seinem Blog, dass Google einen kostenlos nutzbaren Adserver als Konkurrenz zu DoubleClick herausbringen wird. Batelle beruft sich auf eine anonyme Quelle, die „in der Position ist, das zu wissen“. Zur Beschreibung des Geschäftsmodells für GoogleClick bemüht Batelle einen historischen Vergleich: „Wie besiegte Microsoft Netscape? Genau, es verschenkte seinen Browser. Wie wird Google versuchen, den Adserver-Markt zu beherrschen? Durch Verschenken.“

Da DoubleClick derzeit zum Verkauf steht und die Spekulationen sich darum ranken, dass Microsoft ein geeigneter Käufer wäre, sieht sich Google im Zugzwang, hier eine Alternative anzubieten. Außerdem wäre eine von Google gehostete Adserver-Lösung eine perfekte Datenquelle für das Unternehmen, das 97 Prozent seiner Umsätze mit Werbung erzielt.

Permalink

GoYellow versus Yello Strom

2007-03-30

Und weiter geht’s mit der beliebten Rubrik „Suchmaschinen vor Gericht“. Das Oberlandesgericht München hat gestern die Klage des Stromanbieters Yello Strom gegen GoYellow zurückgewiesen. Yello Strom, eine 100-prozentige Tochter des Energieriesen EnBW, hatte gegen die Verwendung des Firmennamens, der Internetadresse sowie des Firmenlogos von GoYellow geklagt. Das Landgericht München I hatte diesem Antrag am 31. Mai letzten Jahres stattgegeben. Die jetzige Entscheidung des OLG hebt dieses Verbot nun wieder auf. In der mündliche Begründung verwiesen die Richter darauf, dass sie keine Verwechslungsgefahr zwischen beiden Marken erkennen könnten.

Permalink

Search Engines Strategies Conference (SES) in München

2007-03-27

Bereits zum fünften Mal macht Ende März mit der Search Engines Strategies (SES) die weltweit bedeutendste Suchmaschinenkonferenz in München Station. Unter den Vorträgen finden sich etablierte Themen wie suchmaschinenfreundliches Webdesign oder die Optimierung von PayPerClick-Anzeigen ebenso wie neue Entwicklungen, etwa das Thema Enterprise Search.

Der Zwei-Tages-Pass kostet 895,- Euro (zzgl. MWSt.), für Spätbucher (nach dem 9. März) wird’s dann um 100,- Euro teurer. Die Anmeldung ist ab sofort möglich; der Zugang zum Ausstellungsbereich ist bei Anmeldung vor dem 23. März kostenlos.

Die Konferenz findet statt am
26. und 27. März 2007
im
Hilton Munich Park
Am Tucherpark 7
80538 München
Telefon: +49 (0)89 38450
Fax: +49 (0)89 3845 2588
info.munich@hilton.com
www.hilton.de/muenchenpark

Permalink

robots.txt vor Gericht

2007-03-23

Und wieder ein Fall von „Suchmaschinen vor Gericht“. Das Landgericht Erfurt hat als erstes deutsches Gericht die rechtliche Bedeutung der robots.txt-Datei (technisch korrekter: des Robots Exclusion Protocols) dargestellt. Wie die Kanzlei Dr. Bahr in ihrem Blog berichtet, hat das LG Erfurt entschieden, dass die Präsentation von Thumbnails – also kleinen Vorschaubildern – keine rechtswidrige Urheberrechtsverletzung darstelle. Zwar seien die Thumbnails in der Tat ein Eingriff in fremde Urheberrechte, durch das Bereitstellen der Bilder auf einer Website aber erteile der Website-Betreiber „konkludent eine Einwilligung“ zur Aufnahme in Suchmaschinen.

Interessant ist hier der ausdrückliche Verweis auf die robots.txt-Datei. Im Urteil wird dargestellt, dass „in dem zu dieser Homepage gehörenden Quellcode die Befehle in der so genannten ‚robots.txt-Datei‘, die ein Auffinden der gesamten Webseite bzw. von Teilen davon durch Suchmaschinen verhindern, nicht aktiviert“ seien. Daraus schließen die Richter, dass der Website-Betreiber den Zugriff der Suchmaschine Google und damit die Darstellung der Thumbnails zumindest stillschweigend akzeptiere. Denn andererseits könnte er „insbesondere den Zugriff durch die Suchmaschine durch entsprechende Befehle im Quellcode leicht verhindern.“

Dieses Urteil lässt die Hoffnung zu, dass die Richter die im Internet zum Teil seit einem Jahrzehnt etablierten und bewährten Regelungen als Basis für ihre Entscheidungen nehmen. Denn eine Suchmaschine wäre in der Tat undenkbar, wenn der Suchmaschinenbetreiber für jede zu indexierende Website eine explizite Erlaubnis bräuchte. Das robots.txt-Protokoll ermöglicht es jedem Website-Betreiber mit nur zwei Zeilen, Suchmaschinen von seiner Site fernzuhalten. Somit kann die Abwesenheit einer robots.txt-Datei als stillschweigendes Einverständnis zur Aufnahme der Website in die Suchmaschinen gewertet werden. Hoffentlich folgen weitere Gerichte diesem Beispiel aus Erfurt.

Permalink

Grundlegende Tipps zum Linkaufbau

2007-03-19

Eine intensive Verlinkung ist bekanntlich das A und O jeder Suchmaschinen-Optimierung. Allerdings blind irgendwelche Links zu besorgen, kann nach hinten losgehen. Deshalb habe ich hier einige Tipps zusammengestellt, damit der Linkaufbau nicht zum Eigentor wird.

Besorgen Sie sich Ihre Links von verschiedenen Quellen.

Viele unterschiedliche Quellen heißt, Links von unterschiedlichen Domains und unterschiedlichen IP-Adressen. Beides erhöht die Glaubwürdigkeit Ihrer Site.

Variieren Sie die Linktexte in den eingehenden Links.

Ein immer gleicher Linktext in (nahezu) allen eingehenden Links riecht wie Spam, sieht aus wie Spam und wird von Google auch so behandelt.

Besorgen Sie sich Links von themenverwandten Seiten.

Links von Seiten, die über ähnliche Themen wie Ihre Seite berichten, werden künftig eine gewichtige Rolle im Ranking spielen.

Besorgen Sie sich Links, die auf Unterseiten verweisen.

Deep-Links, also Links, die auf Unterseiten zeigen, geben Ihrer Site zusätzliche Glaubwürdigkeit.

Tragen Sie sich in Webkataloge und Social-Bookmarking-Dienste ein.

Damit erhält Ihre Website zusätzliche Relevanz, da die Eintragung in diese Dienste durch Menschen geschieht oder kontrolliert wird.

Permalink

Stell dir vor, das Internet geht kaputt …

2007-03-09

Ich bekam heute eine spannende Frage gestellt: Was würde passieren, sollte Google für eine Woche komplett ausfallen? Welche Auswirkungen hätte das vorübergehende Verschwinden der Königin unter den Suchmaschinen auf die Internet-Ökonomie?

Zunächst ist festzuhalten, dass Google nicht überall einen Marktanteil von mehr als neunzig Prozent hat. In den USA etwa liegen Konkurrenten wie Yahoo oder MSN deutlich besser als hierzulande. Die entscheidende Frage dürfte dabei sein: Sind die Internetnutzer schlau genug, schnell auf Yahoo oder MSN zu wechseln? Wenn ja, sollte es lediglich geringe Verschiebungen geben – etwa dann, wenn eine Website sehr gut in Google, aber nur schlecht in Yahoo platziert ist.

Der Ablauf eines derartigen Vorfalls wäre wohl so: Der typische Nutzer ruft Google auf – und nichts funktioniert. Messerscharf schlussfolgert er: „Das Internet geht nicht“ und widmet sich seiner Arbeit. Abends hört er in der Tagesschau, dass nicht das Internet verschwunden ist, sondern Google nur vergessen hat, seine Stromrechnung zu zahlen. Der nette Herr von der ARD empfiehlt dann noch, in der Zwischenzeit auf Yahoo oder MSN auszuweichen.

Otto Normalsurfer wundert sich kurz, was er denn bei Yahoo oder MSN soll, er möchte ja ins Internet – das heißt, in einen Suchschlitz auf weißem Grund irgendwas reinhacken und dann irgendwohin kommen, wo’s darum geht, was er eben in den Suchschlitz geschrieben hat. Misstrauisch probiert er Yahoo oder MSN aus und hat ein Schlüsselerlebnis: “Aha, da gibt’s ja bei Yahoo auch ein Google. Dürfen die das überhaupt?”

Diese Verunsicherung währt aber nur kurz, denn schon nach der ersten Suchanfrage fühlt sich Otto wie zuhause und merkt gar nicht, dass er nun Yahoo zum Suchen nutzt. Selbst seine expedia.de-Website, deren Schreibweise er sich nicht merken kann und die er immer so findet: “Suche nach >reisen< und klicke auf Position drei!” ist genau dort, wo sie sein soll. Wenn nach eine Woche dann Google wieder online geht, dauert es noch ein paar Tage, bis das jeder bemerkt hat. Googles Marktanteil ist in Deutschland dann wohl auf 89 Prozent abgestürzt, wovon sich die Suchmaschine aber schnellstens wieder erholt und bald die 95-Prozent-Marke angreift. Kurz gesagt: Ich glaube, ein derartiger Ausfall würde lediglich geringe Auswirkung zeigen.

Permalink